Timestamp oder Datum eingeben – der Rechner erkennt Sekunden und Millisekunden automatisch und gibt UTC, Ortszeit und ISO-Format aus.
Ein Unix-Timestamp zählt die Sekunden, die seit dem 1. Januar 1970 um 00:00 Uhr UTC vergangen sind – dem sogenannten Unix-Epoch. Aus einem Datum wird damit eine einzige ganze Zahl. Das ist ungewöhnlich praktisch: Zeitpunkte lassen sich vergleichen, sortieren und voneinander abziehen, ohne dass Monatslängen, Schaltjahre oder Zeitzonen berücksichtigt werden müssen. Die Differenz zweier Timestamps ist unmittelbar die Zahl der Sekunden dazwischen.
Die klassische Unix-Zeit rechnet in Sekunden und hat aktuell zehn Stellen. JavaScript, Java und viele APIs verwenden dagegen Millisekunden, was zu dreizehn Stellen führt. Verwechselt man beides, landet man um den Faktor tausend daneben – ein Timestamp aus Millisekunden, als Sekunden gelesen, ergibt ein Datum weit in der Zukunft. Der Rechner erkennt das an der Stellenzahl automatisch: Werte ab dreizehn Stellen behandelt er als Millisekunden.
Der Timestamp 1785240000 entspricht dem 28. Juli 2026 um 12:00 Uhr UTC. Eine Woche später sind es 1785240000 + 604.800 = 1785844800, also der 4. August, denn eine Woche hat 7 × 24 × 3.600 = 604.800 Sekunden. Ein Tag umfasst 86.400 Sekunden, eine Stunde 3.600. Genau diese Einfachheit macht das Format für Zeitberechnungen so attraktiv.
Ein Timestamp ist immer UTC und enthält keinerlei Zeitzoneninformation. Deutschland liegt im Winter eine Stunde davor (MEZ, UTC+1) und im Sommer zwei (MESZ, UTC+2). Wer eine Ortszeit in einen Timestamp umwandelt, muss diesen Versatz abziehen – die häufigste Fehlerquelle beim Umgang mit dem Format. Der Rechner arbeitet deshalb durchgängig in UTC und weist das ausdrücklich aus. Für Termine über Zeitzonen hinweg ist genau das der Vorteil: Der Timestamp bezeichnet weltweit denselben Moment, unabhängig davon, wie die Uhr vor Ort steht.
Die Unix-Zeit ignoriert Schaltsekunden bewusst: Sie geht davon aus, dass jeder Tag exakt 86.400 Sekunden hat, obwohl die Erdrotation gelegentlich eine Zusatzsekunde nötig macht. Dadurch bleibt die Rechnung einfach, weicht aber um inzwischen einige Sekunden von der internationalen Atomzeit ab. Andere Systeme zählen von anderen Nullpunkten: Windows-Dateizeiten beginnen 1601 und rechnen in 100-Nanosekunden-Schritten, während Tabellenkalkulationen wie Excel den 1. Januar 1900 als Tag 1 verwenden und Zeiten als Bruchteile eines Tages speichern. Wer Zeitstempel zwischen Systemen überträgt, muss deshalb immer den Nullpunkt und die Einheit mitprüfen.
Ältere Systeme speichern den Timestamp als vorzeichenbehaftete 32-Bit-Zahl. Deren Maximum liegt bei 2.147.483.647, was am 19. Januar 2038 um 03:14:07 UTC erreicht wird – danach kippt der Wert ins Negative, und die Zeitrechnung springt zurück ins Jahr 1901. Moderne Systeme verwenden längst 64 Bit, womit das Problem für die nächsten rund 292 Milliarden Jahre erledigt ist. In eingebetteter Hardware, alten Datenbankfeldern und Industriesteuerungen schlummert es allerdings weiter, weshalb es dem Jahr-2000-Problem in Aufwand und Aufmerksamkeit durchaus ähnelt. Für gewöhnliche Datumsrechnungen sind der Datumsrechner und der Tage-Zähler die passenden Werkzeuge.