Menge und Einheit wählen – der Generator erzeugt Blindtext für Layouts, Mockups und Designentwürfe.
Ein Layout soll zeigen, wie eine Seite wirkt – nicht, was sie inhaltlich sagt. Steht im Entwurf echter Text, liest ihn jeder mit, und die Diskussion dreht sich um Formulierungen statt um Typografie, Zeilenlänge und Weißraum. Blindtext löst dieses Problem: Er sieht aus wie Sprache, transportiert aber keine Bedeutung und lenkt deshalb nicht ab.
Der Text ist kein Fantasieprodukt, sondern eine verstümmelte Passage aus De finibus bonorum et malorum, einer Abhandlung Ciceros über Ethik aus dem Jahr 45 vor Christus. Die berühmte Anfangszeile ist der zerrissene Rest von „dolorem ipsum quia dolor sit amet" – also „den Schmerz selbst, weil es Schmerz ist". In den Satz kam das Ganze vermutlich im 16. Jahrhundert, als ein Setzer die Passage für ein Schriftmusterbuch zerpflückte. Populär wurde sie in den 1960er-Jahren durch Letraset-Anreibebuchstaben und später durch Desktop-Publishing-Programme.
Die Buchstabenverteilung des Lateinischen kommt der westeuropäischer Sprachen nahe, ohne lesbar zu sein. Nähme man deutschen Text, würde jeder Betrachter mitlesen; nähme man zufällige Buchstaben, entstünde ein optisch völlig anderes Satzbild mit unnatürlichen Wortlängen und Zeilenumbrüchen. Lorem ipsum trifft die Mitte: Wortlängen, Vokalverteilung und Satzrhythmus wirken echt genug, um Typografie realistisch zu beurteilen.
Für deutsche Projekte haben sich mehrere Varianten etabliert. Der „Kafka-Text" verwendet Passagen aus der Verwandlung und bringt damit echte deutsche Wortlängen und Umlaute ins Layout. Der scherzhafte „Blindtext-Generator" mit Sätzen wie „Weit hinten, hinter den Wortbergen" stammt aus einer Nonsens-Geschichte und liest sich flüssig deutsch. Wer Datenlisten braucht, greift zu Generatoren für erfundene Namen und Adressen – wichtig ist dabei nur, dass keine echten personenbezogenen Daten in Testsysteme geraten. Für reine Typografiefragen bleibt Lorem ipsum dennoch die verbreitetste Wahl, weil es international verstanden wird und in jedem Designwerkzeug voreingestellt ist.
Ein häufiger Fehler ist, Layouts nur mit der erwarteten Textmenge zu testen. Belastbar wird ein Entwurf erst, wenn man beide Extreme prüft: sehr wenig Text, bei dem Kästen zusammenfallen und Weißraum unschön wirkt, und deutlich zu viel, bei dem Umbrüche, Überläufe und abgeschnittene Überschriften sichtbar werden. Genau dafür ist ein Generator mit frei wählbarer Menge gedacht.
Für deutsche Layouts hat Lorem ipsum eine Schwäche: Es fehlen Umlaute, das Eszett und vor allem lange Komposita. Deutsche Wörter sind im Schnitt deutlich länger, was Zeilenumbrüche, Silbentrennung und die Breite von Schaltflächen spürbar verändert. Wer ein Formular oder eine Navigation entwirft, sollte deshalb zusätzlich mit realistischen deutschen Begriffen testen – sonst platzt das Layout, sobald echte Inhalte einziehen. Aus demselben Grund empfiehlt es sich, Blindtext nie in Produktivsysteme zu übernehmen: Vergessene Lorem-ipsum-Passagen auf veröffentlichten Seiten sind ein verbreiteter und peinlicher Fehler, den Suchmaschinen zudem als minderwertigen Inhalt werten. Wie lang ein Text tatsächlich wird, prüft der Zeichenzähler; zufällige Wörter für andere Zwecke liefert der Wörter-Generator.