Zwischen Kelvin und Celsius liegt genau eine Zahl: 273,15. Wert eingeben, Richtung wählen – dazu gibt es den Fahrenheit-Wert und eine Einordnung.
Kelvin und Celsius verwenden dieselbe Schrittweite – ein Kelvin entspricht exakt einem Grad Celsius. Sie unterscheiden sich nur im Nullpunkt. Deshalb ist die Umrechnung die einfachste aller Temperaturumrechnungen: °C = K − 273,15 und umgekehrt K = °C + 273,15. Kein Faktor, keine Multiplikation, nur eine Verschiebung.
Die Celsius-Skala wurde ursprünglich über Gefrier- und Siedepunkt von Wasser festgelegt. Der absolute Nullpunkt – die Temperatur, bei der die thermische Bewegung der Teilchen minimal wird – liegt zufällig bei −273,15 °C, also nicht auf einer runden Zahl. Das Kelvin beginnt genau dort bei null. Seit der Neudefinition des Einheitensystems 2019 ist das Kelvin über die Boltzmann-Konstante festgelegt und damit unabhängig von jedem Stoff; die Beziehung zu Celsius blieb dabei unverändert.
Raumtemperatur von 300 K entspricht 300 − 273,15 = 26,85 °C, also einem warmen Sommertag. Umgekehrt sind 20 °C gleich 293,15 K. Der Gefrierpunkt von Wasser liegt bei 273,15 K, der Siedepunkt bei 373,15 K. Flüssiger Stickstoff siedet bei 77 K, das entspricht −196 °C.
Bei Kelvin entfällt das Gradzeichen und das Wort „Grad": Es heißt korrekt „300 Kelvin", geschrieben „300 K". Der Grund liegt darin, dass Kelvin eine absolute Skala ist und keine Gradeinteilung im ursprünglichen Sinn. Bis 1967 war „Grad Kelvin" tatsächlich üblich, seither ist die Bezeichnung offiziell abgeschafft. Bei Temperaturdifferenzen wird ebenfalls Kelvin verwendet – eine Erwärmung um 5 °C schreibt man in technischen Texten als „5 K", weil die Differenz in beiden Skalen identisch ist. Genau das begegnet auch im Bauwesen beim U-Wert, dessen Einheit W/(m²·K) diese Temperaturdifferenz enthält.
Neben Kelvin, Celsius und Fahrenheit existiert eine vierte Temperaturskala, die im angloamerikanischen Ingenieurwesen gelegentlich auftaucht: Rankine. Sie verhält sich zu Fahrenheit wie Kelvin zu Celsius – gleicher Nullpunkt beim absoluten Nullpunkt, aber Fahrenheit-Schrittweite. Ein Kelvin entspricht dabei 1,8 Grad Rankine. In der Praxis begegnet die Skala fast nur noch in älteren thermodynamischen Tabellen aus den USA; für alle üblichen Zwecke genügen die drei anderen.
Am häufigsten bei Lampen: Die Angabe „2700 K" auf einer Glühbirnenverpackung beschreibt keine Betriebstemperatur, sondern die Farbtemperatur. Niedrige Werte um 2700 K wirken warmweiß und gelblich, 4000 K neutralweiß, ab 6000 K kaltweiß bis bläulich. Der Bezug stammt aus der Physik des glühenden Körpers: Ein idealer schwarzer Strahler dieser Temperatur würde genau dieses Lichtspektrum abgeben. Auch in der Fotografie steuert der Weißabgleich über Kelvin-Werte. Für die angloamerikanische Skala ist der Fahrenheit-Celsius-Umrechner zuständig.