Wie gut dämmt deine Wand? Baustoff, Dicke und Dämmung eingeben – der Rechner liefert U-Wert, Wärmedurchlasswiderstand und den Verlust pro Quadratmeter und Jahr.
Der U-Wert – früher k-Wert – gibt an, wie viel Wärme ein Bauteil verliert: Er zählt die Watt, die pro Quadratmeter und pro Kelvin Temperaturunterschied nach außen wandern. Je kleiner der Wert, desto besser die Dämmung. Eine ungedämmte Altbauwand liegt oft bei 1,4 W/(m²·K), eine sanierte Wand nach heutigem Standard bei 0,20 und darunter – der Unterschied entspricht dem Siebenfachen an Wärmeverlust.
Berechnet wird der U-Wert über den Umweg des Wärmedurchgangswiderstands. Jede Schicht liefert ihren Beitrag nach R = Dicke ÷ Wärmeleitfähigkeit λ. Dazu kommen zwei feste Übergangswiderstände nach DIN EN ISO 6946: innen 0,13 und außen 0,04 m²·K/W. Die Summe aller Widerstände ist R_T, und daraus folgt U = 1 ÷ R_T. Entscheidend ist die Wärmeleitfähigkeit λ des Materials: Sie beschreibt, wie gut ein Stoff Wärme durchlässt – Stahlbeton liegt bei 2,1, ein Vollziegel bei 0,79, guter Dämmstoff bei 0,035 W/(m·K).
Eine 36,5 cm starke Bruchsteinwand (λ 0,70) mit 1,5 cm Innenputz: R_T = 0,13 + 0,365/0,70 + 0,015/0,51 + 0,04 = 0,72 m²·K/W, also U = 1,39 W/(m²·K). Mit 14 cm EPS-Dämmung (λ 0,035) kommen 4,00 m²·K/W hinzu: R_T steigt auf 4,72, der U-Wert fällt auf 0,21. Aus rund 117 kWh Verlust je Quadratmeter und Jahr werden etwa 18 kWh – bei 100 m² Fassade und 10 Cent je Kilowattstunde ein Unterschied von rund 990 € pro Heizperiode.
Der Zusammenhang ist nicht linear: Weil der U-Wert der Kehrwert des Widerstands ist, wirken die ersten Dämmzentimeter am stärksten. Von 0 auf 6 cm sinkt der U-Wert im Beispiel von 1,39 auf 0,45 – von 14 auf 20 cm nur noch von 0,21 auf 0,16. Deshalb ist eine dünne Dämmung fast nie sinnvoll, eine extrem dicke aber auch selten wirtschaftlich. Die Praxis pendelt sich bei 14 bis 20 cm ein, weil dort der Übergang zwischen spürbarem Effekt und steigenden Kosten liegt.
Wer eine Außenwand ohnehin saniert, muss nach GEG einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²·K) erreichen; für Dächer gilt derselbe Wert, für Fenster 1,30 und für Kellerdecken 0,30. Der Rechner zeigt deshalb direkt an, ob dein Aufbau die Anforderung an die Außenwand erfüllt. Für Förderungen und rechtliche Nachweise ist allerdings eine vollständige Berechnung nötig, die auch Wärmebrücken und den Feuchteschutz betrachtet. Wie sich die bessere Dämmung auf die Heizung auswirkt, zeigt der Wärmepumpen-Rechner; die zu dämmende Fläche ermittelt der Dachflächen-Rechner oder – für Innenwände – der Wandflächen-Rechner.