Energie & Heizung

Wärmepumpen-Rechner

Berechne Stromverbrauch und Heizkosten einer Wärmepumpe aus Heizwärmebedarf und Jahresarbeitszahl – inklusive Vergleich zur Gasheizung.

kWh
ct/kWh
ct/kWh

Ergebnis

Heizkosten pro Jahr
—
Stromverbrauch der Wärmepumpe—
Vergleich: Gasheizung—
Ersparnis gegenüber Gas—

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viele kWh Wärme die Pumpe je kWh Strom liefert. Der Gasvergleich rechnet mit 90 % Wirkungsgrad.

Größter Hebel: Die Vorlauftemperatur. Jedes Grad weniger bringt rund 2,5 % Effizienz – oft reicht der Tausch einzelner Heizkörper.

So funktioniert die Berechnung

Eine Wärmepumpe erzeugt keine Wärme, sie transportiert sie: Aus Luft, Erdreich oder Grundwasser holt sie Umweltwärme und hebt sie mit Strom auf Heiztemperatur. Deshalb liefert sie ein Mehrfaches der eingesetzten Energie – und deshalb ist die entscheidende Kennzahl nicht der Strompreis, sondern die Effizienz.

Diese Kennzahl ist die Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom entstehen – gemessen über ein ganzes Jahr, mit allen kalten Tagen. Die Rechnung ist simpel: Stromverbrauch = Heizwärmebedarf geteilt durch JAZ. Bei 15.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 3,5 braucht die Wärmepumpe rund 4.300 kWh Strom. Bei einer JAZ von 2,5 wären es 6.000 kWh – ein Unterschied von 40 Prozent bei identischem Haus.

Verwechsle die JAZ nicht mit dem COP aus dem Datenblatt: Der COP ist ein Laborwert unter Normbedingungen, die JAZ der reale Jahresschnitt im konkreten Gebäude. Der wichtigste Hebel dafür ist die Vorlauftemperatur. Je kühler das Heizwasser sein darf, desto weniger muss die Wärmepumpe arbeiten. Faustregel: Jedes Grad weniger Vorlauf bringt etwa 2,5 Prozent Effizienz. Fußbodenheizung mit 35 Grad ist deshalb ideal, alte Rippenheizkörper mit 55 Grad sind der Grund, warum manche Wärmepumpe enttäuscht. Oft genügt es, einzelne Heizkörper zu tauschen, statt das ganze Haus zu dämmen.

Beim Strompreis lohnt der Blick auf zwei Sonderwege. Ein separater Wärmepumpentarif über einen eigenen Zähler ist meist deutlich günstiger als Haushaltsstrom; im Gegenzug darf der Netzbetreiber die Anlage zu Spitzenzeiten kurz abregeln. Und nach § 14a EnWG erhalten steuerbare Verbrauchseinrichtungen – dazu zählen Wärmepumpen – reduzierte Netzentgelte. Beides zusammen verändert die Betriebskosten stärker als die meisten technischen Optimierungen.

Für den Vergleich mit einer Gasheizung ist ein Punkt entscheidend, der oft untergeht: Gas wird mit dem Brennwert abgerechnet, aber kein Kessel arbeitet verlustfrei. Wer 15.000 kWh Wärme braucht, kauft bei 90 Prozent Kesselwirkungsgrad rund 16.700 kWh Gas ein. Dazu kommt der steigende CO₂-Preis, der fossile Brennstoffe planmäßig weiter verteuert – ein Vergleich allein mit heutigen Preisen unterschätzt die Wärmepumpe deshalb systematisch.

Dieser Rechner bildet die laufenden Kosten ab. Was die Anschaffung nach Abzug der staatlichen Förderung kostet, ermittelt der separate Wärmepumpe-Kostenrechner. Nicht abgebildet sind hier Warmwasserbereitung als getrennte Position, Heizstab-Betrieb an sehr kalten Tagen, Eigenverbrauch aus einer PV-Anlage und Wartungskosten. Das Ergebnis ist eine Orientierung – maßgeblich sind deine tatsächlichen Verbrauchswerte.

Vorlauftemperatur entscheidet über die Effizienz

Die Jahresarbeitszahl steht und fällt mit der benötigten Vorlauftemperatur. Als Faustregel kostet jedes Grad mehr etwa zweieinhalb Prozent Effizienz. Eine Fußbodenheizung kommt mit 30 bis 35 Grad aus, klassische Heizkörper brauchen oft 50 bis 55 – daraus ergibt sich der Unterschied zwischen einer Jahresarbeitszahl von 4,5 und einer von 3,0 und damit ein um die Hälfte höherer Stromverbrauch. Vor dem Einbau lohnt deshalb ein hydraulischer Abgleich und die Prüfung, ob einzelne Räume größere Heizflächen brauchen; oft ist das deutlich günstiger als eine leistungsstärkere Wärmepumpe.

Häufige Fragen

Was ist die Jahresarbeitszahl?
Das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom über ein Jahr. Eine JAZ von 3,5 bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom werden 3,5 Kilowattstunden Wärme. Anders als der COP aus dem Datenblatt ist die JAZ ein realer Jahreswert im konkreten Gebäude.
Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe?
Heizwärmebedarf geteilt durch die JAZ. Bei 15.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 3,5 sind das rund 4.300 kWh Strom im Jahr.
Welche JAZ ist realistisch?
Sie hängt vor allem von der Vorlauftemperatur und der Wärmequelle ab. Luft-Wasser-Wärmepumpen liegen im Bestand meist niedriger als Erdwärmeanlagen, Fußbodenheizung ermöglicht höhere Werte als alte Heizkörper. Verlässlich ist nur eine Auslegung durch den Fachbetrieb.
Lohnt sich ein Wärmepumpentarif?
Meist ja. Der Strom über einen separaten Zähler ist deutlich günstiger als Haushaltsstrom, dafür darf der Netzbetreiber die Anlage zu Spitzenzeiten kurz abregeln. Zusätzlich gelten nach § 14a EnWG reduzierte Netzentgelte für steuerbare Verbrauchseinrichtungen.
Warum ist meine Wärmepumpe teurer als gedacht?
Fast immer wegen einer zu hohen Vorlauftemperatur. Jedes Grad weniger bringt etwa 2,5 Prozent Effizienz. Häufig genügt der Tausch einzelner Heizkörper oder ein hydraulischer Abgleich, um die JAZ spürbar zu heben.
Wie vergleiche ich fair mit Gas?
Rechne den Gasverbrauch inklusive Kesselverlust: Für 15.000 kWh Wärme braucht ein Kessel mit 90 Prozent Wirkungsgrad rund 16.700 kWh Gas. Berücksichtige außerdem den steigenden CO₂-Preis, der fossile Brennstoffe planmäßig weiter verteuert.