Aufstehzeit eingeben – der Rechner zeigt, wann du ins Bett gehen solltest, um am Ende eines Schlafzyklus statt mitten im Tiefschlaf zu erwachen.
Schlaf verläuft nicht gleichmäßig, sondern in Zyklen. Ein vollständiger Zyklus dauert im Mittel etwa 90 Minuten und führt vom leichten Schlaf über den Tiefschlaf zur REM-Phase, in der die meisten Träume entstehen. Danach beginnt der Ablauf von vorn. Wer am Ende eines Zyklus geweckt wird, steht deutlich leichter auf als jemand, den der Wecker mitten aus dem Tiefschlaf reißt – dieses Gefühl der Benommenheit heißt in der Schlafforschung Schlaftrunkenheit und kann bis zu einer halben Stunde anhalten.
Der Rechner geht von der gewünschten Aufstehzeit rückwärts: Zubettgehzeit = Aufstehzeit − (Anzahl Zyklen × Zyklusdauer) − Einschlafdauer. Die Einschlafdauer ist dabei kein Detail: Im Durchschnitt vergehen etwa 15 Minuten zwischen Hinlegen und Einschlafen. Wer sie nicht einplant, verschiebt jeden Zyklus um genau diese Zeitspanne und wacht am Morgen wieder mitten in einer Tiefschlafphase auf.
Aufstehen um 6:30 Uhr, 15 Minuten Einschlafzeit, sechs Zyklen à 90 Minuten: 6 × 90 = 540 Minuten, also neun Stunden Schlaf, plus 15 Minuten Einschlafen. Zurückgerechnet vom Weckzeitpunkt ergibt das 21:15 Uhr als Zubettgehzeit. Wer erst um 22:45 Uhr ins Bett geht, kommt auf fünf Zyklen und 7,5 Stunden Schlaf – ebenfalls eine gute Nacht. Die Zeit dazwischen wäre die ungünstigste: Um 22:00 Uhr einzuschlafen bedeutet, nach 8,25 Stunden mitten im sechsten Zyklus geweckt zu werden.
Für Erwachsene empfehlen Fachgesellschaften sieben bis neun Stunden – das entspricht fünf bis sechs Zyklen. Jugendliche brauchen mehr, ältere Menschen schlafen oft kürzer, aber häufiger unterbrochen. Vier Zyklen (sechs Stunden) reichen kurzfristig, führen bei Dauer aber zu messbaren Einbußen bei Konzentration und Reaktionsvermögen. Drei Zyklen sind eine Notlösung für einzelne Nächte. Wichtiger als die exakte Stundenzahl ist die Regelmäßigkeit: Wer täglich zur gleichen Zeit aufsteht, stabilisiert seinen circadianen Rhythmus und schläft von selbst leichter ein.
Die 90 Minuten sind ein Mittelwert; real schwankt die Zyklusdauer zwischen etwa 70 und 110 Minuten – zwischen verschiedenen Menschen ebenso wie über eine Nacht hinweg. Die ersten Zyklen enthalten mehr Tiefschlaf, die späteren mehr REM-Schlaf und werden dabei tendenziell länger. Deshalb ist der Rechner ein Planungswerkzeug, kein Messgerät: Er hilft, eine sinnvolle Zubettgehzeit zu wählen, statt aufs Geratewohl ins Bett zu gehen. Für den Tagesrhythmus insgesamt hilft der Blick auf den Arbeitszeitrechner, und wer seinen Energieverbrauch im Blick behält, findet ihn im Grundumsatz-Rechner – der Ruheumsatz läuft auch im Schlaf weiter.
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Ein- oder Durchschlafstörungen, starker Tagesmüdigkeit oder Verdacht auf Schlafapnoe ist eine ärztliche Abklärung ratsam.