Gesundheit

Trainingspuls-Rechner

Alter und Ruhepuls eingeben – der Rechner ermittelt deine Herzfrequenzzonen nach Karvonen und zeigt, in welchem Bereich du für dein Ziel trainieren solltest.

Jahre
S/min
S/min

Ergebnis

Trainingspuls-Zielbereich
—
Maximalpuls (HFmax)—
Herzfrequenzreserve (HFmax − Ruhepuls)—
Untere Grenze—
Obere Grenze—
Grundlage des Maximalpulses—
Herzfrequenzzonen sind individuell verschieden; Formeln liefern nur Richtwerte mit einer Streuung von etwa ±10 Schlägen. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Medikamenten wie Betablockern oder nach längerer Trainingspause vor der Belastungssteuerung ärztlichen Rat einholen.

So funktioniert die Berechnung

Wer nach Puls trainiert, braucht zwei Bezugspunkte: den Maximalpuls als obere Grenze und den Ruhepuls als individuelle Basis. Der Abstand dazwischen ist die Herzfrequenzreserve – und genau mit ihr rechnet die Karvonen-Formel, statt nur Prozentwerte vom Maximalpuls zu nehmen. Das macht sie deutlich genauer, weil sie die persönliche Fitness einbezieht.

Die Karvonen-Formel

Zielpuls = Ruhepuls + Intensität × (Maximalpuls − Ruhepuls). Ein gut trainierter Mensch mit niedrigem Ruhepuls erhält dadurch andere Zonen als jemand mit gleichem Alter, aber höherem Ruhepuls. Für den Maximalpuls nutzt der Rechner die Formel 208 − 0,7 × Alter, die in Studien deutlich besser abschneidet als die bekannte Faustregel „220 minus Alter“ – letztere unterschätzt jüngere und überschätzt ältere Sportler systematisch. Wer seinen Maximalpuls aus einem Belastungstest oder einer harten Wettkampfeinheit kennt, sollte diesen Wert eintragen: Gemessen schlägt geschätzt immer.

Rechenbeispiel

38 Jahre, Ruhepuls 62. Der geschätzte Maximalpuls liegt bei 208 − 0,7 × 38 = 181 Schläge pro Minute, die Herzfrequenzreserve damit bei 119. Für das Grundlagentraining bei 60 bis 70 Prozent ergibt sich: 62 + 0,60 × 119 = 133 und 62 + 0,70 × 119 = 145. Der Zielbereich liegt also bei 133 bis 145 Schlägen. Zum Vergleich: Die simple Prozentrechnung vom Maximalpuls hätte 109 bis 127 ergeben – ein Bereich, in dem kaum ein Trainingsreiz entsteht.

Was die Zonen bedeuten

Zwischen 60 und 70 Prozent arbeitet der Körper überwiegend aerob und greift anteilig stark auf Fettreserven zurück; das ist die klassische Grundlagenzone für lange, ruhige Einheiten. 70 bis 80 Prozent verbessern die aerobe Leistungsfähigkeit, ab 80 Prozent nähert man sich der anaeroben Schwelle, und über 90 Prozent ist nur noch in kurzen Intervallen sinnvoll. Der oft zitierte „Fettverbrennungspuls“ ist dabei ein Missverständnis: Prozentual verbrennt man bei niedriger Intensität mehr Fett, in absoluten Zahlen aber bei höherer Intensität mehr Energie insgesamt. Für die Gewichtsbilanz zählt letzteres – nachrechnen lässt sich das mit dem Kalorienverbrauch-Rechner.

Grenzen und Messpraxis

Formeln zum Maximalpuls streuen um etwa zehn Schläge nach oben und unten – zwei gleichaltrige Menschen können echte Maximalwerte von 170 und 195 haben. Betablocker und andere Medikamente senken die Herzfrequenz erheblich und machen die Zonen unbrauchbar. Auch Tagesform, Hitze, Koffein und Schlafmangel verschieben den Puls um mehrere Schläge. Den Ruhepuls misst man deshalb morgens direkt nach dem Aufwachen im Liegen, idealerweise an mehreren Tagen. Ein dauerhaft um mehr als fünf Schläge erhöhter Morgenpuls ist ein brauchbares Frühwarnzeichen für Übertraining oder einen beginnenden Infekt. Wer seinen Trainingsumfang plant, findet im Pace-Rechner die passende Geschwindigkeit und im Grundumsatz-Rechner den Energiebedarf dazu.

Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Vor der Aufnahme intensiven Trainings ist besonders bei Vorerkrankungen oder ab etwa 35 Jahren eine sportmedizinische Untersuchung sinnvoll.

Häufige Fragen

Warum nicht einfach 220 minus Alter?
Diese Faustregel stammt aus einer nicht systematischen Auswertung und weicht individuell stark ab. Die Formel 208 − 0,7 × Alter beschreibt größere Stichproben besser. Beide bleiben Schätzungen – ein gemessener Maximalpuls aus einem Belastungstest ist immer vorzuziehen.
Was ist die Herzfrequenzreserve?
Die Differenz zwischen Maximal- und Ruhepuls. Sie beschreibt den tatsächlich nutzbaren Bereich des Herzens. Weil trainierte Menschen einen niedrigeren Ruhepuls haben, ist ihre Reserve größer – die Karvonen-Formel berücksichtigt genau das.
Wie messe ich meinen Ruhepuls richtig?
Morgens nach dem Aufwachen, noch im Liegen, über eine volle Minute – oder mit einer Uhr, die den nächtlichen Tiefstwert ausgibt. Sinnvoll ist der Mittelwert aus mehreren Tagen, da Schlafqualität, Alkohol und Stress den Wert spürbar verschieben.
Gibt es wirklich eine Fettverbrennungszone?
Bei niedriger Intensität stammt ein größerer Anteil der Energie aus Fett, absolut verbrennt man bei höherer Intensität aber mehr Kalorien und damit auch mehr Fett. Für die Energiebilanz ist der Gesamtumsatz entscheidend, nicht der prozentuale Anteil.
Was, wenn ich Betablocker nehme?
Dann sind alle Formeln unbrauchbar, weil das Medikament die Herzfrequenz künstlich senkt – der Puls steigt unter Belastung deutlich weniger an. Die Belastungssteuerung sollte in diesem Fall ärztlich festgelegt werden, oft über das subjektive Anstrengungsempfinden.