Berechne den BMI von Kindern und Jugendlichen und ordne ihn alters- und geschlechtsabhängig ein (nach Kromeyer-Hauschild/AGA).
Bei Kindern und Jugendlichen wird der Body-Mass-Index anders bewertet als bei Erwachsenen. Weil sich Körper und Fettanteil im Wachstum ständig verändern, gelten keine festen Grenzwerte, sondern alters- und geschlechtsspezifische Perzentile.
Der BMI des Kindes wird mit den Werten einer großen Vergleichsgruppe gleichen Alters und Geschlechts verglichen. Ein Wert auf dem 50. Perzentil bedeutet, dass genau die Hälfte der Gleichaltrigen einen niedrigeren BMI hat. Als Orientierung gilt: unterhalb des 10. Perzentils spricht man von Untergewicht, oberhalb des 90. von Übergewicht und oberhalb des 97. von Adipositas.
Der BMI selbst wird wie bei Erwachsenen als Gewicht ÷ (Größe in Metern)² berechnet. Der Rechner ordnet das Ergebnis anschließend dem passenden Perzentil für Alter und Geschlecht zu, sodass eine sinnvolle Einordnung möglich wird.
Der Kinder-BMI ist nur ein grobes Screening-Instrument. Wachstumsschübe, Pubertät und der individuelle Körperbau beeinflussen den Wert stark. Eine verlässliche Beurteilung des Ernährungszustands nehmen Kinderärztinnen und Kinderärzte im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen anhand der Wachstumskurven vor. Der Rechner ersetzt diese Einschätzung nicht und ist keine Grundlage für Diäten bei Kindern. Für Erwachsene gilt der klassische BMI-Rechner.
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine kinderärztliche Beratung. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Vorgaben.
Der Körper von Kindern verändert sich in Schüben. Ein vorübergehend höherer oder niedrigerer BMI ist im Wachstum völlig normal und oft kein Grund zur Sorge. Wichtiger als ein einzelner Wert ist die Entwicklung entlang der eigenen Wachstumskurve über die Zeit, wie sie im gelben Vorsorgeheft dokumentiert wird. Gesunde Gewohnheiten der ganzen Familie – abwechslungsreiche Ernährung, viel Bewegung, ausreichend Schlaf und wenig Bildschirmzeit – wirken sich langfristig günstiger aus als jede Fokussierung auf Zahlen. Strenge Diäten sind für Kinder ungeeignet und können die Entwicklung stören. Bei Unsicherheiten ist die Kinderärztin oder der Kinderarzt die richtige Ansprechperson.
Der Körperbau verändert sich im Wachstum erheblich, und die Kurven bilden das ab. Nach dem ersten Lebensjahr sinkt der BMI zunächst, erreicht um das fünfte bis sechste Lebensjahr einen Tiefpunkt und steigt danach wieder an – dieser sogenannte Adipositas-Rebound ist ein normaler Entwicklungsschritt, kein Warnsignal. Setzt er deutlich früher ein, beobachten Kinderärzte den Verlauf allerdings genauer. Auch Jungen und Mädchen folgen unterschiedlichen Kurven, weshalb der Rechner das Geschlecht berücksichtigt. Bei sportlichen Kindern mit viel Muskelmasse fällt der BMI ebenso zu hoch aus wie bei Erwachsenen: Er misst Masse im Verhältnis zur Größe, nicht deren Zusammensetzung.