Berechne jährliche Dividende, Rendite und Netto-Ausschüttung nach Abgeltungssteuer.
Vorsicht Dividendenfalle: Der Kurs steht im Nenner – eine hohe Rendite entsteht oft durch einen Kurssturz, nicht durch eine gute Ausschüttung.
Die Dividendenrendite setzt die Ausschüttung ins Verhältnis zum Kurs: Dividende je Aktie geteilt durch Kurs, mal 100. Bei 2 Euro Dividende und 50 Euro Kurs sind das 4 Prozent. Die Kennzahl ist nützlich – und sie wird häufiger falsch verstanden als jede andere.
Der Nenner ist der Kurs, und der schwankt. Fällt eine Aktie von 50 auf 25 Euro, verdoppelt sich die Dividendenrendite rechnerisch auf 8 Prozent – ohne dass das Unternehmen einen Cent mehr zahlt. Eine hohe Rendite ist deshalb oft kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Kurssturz. Genau das ist die Dividendenfalle: Wer nach der höchsten Rendite screent, findet systematisch Unternehmen in Schwierigkeiten, bei denen als Nächstes die Dividende gekürzt wird.
Aussagekräftiger ist die Ausschüttungsquote – der Anteil des Gewinns, der ausgeschüttet wird. Liegt sie dauerhaft über 100 Prozent, zahlt das Unternehmen aus der Substanz oder aus Schulden; das hält keine Firma lange durch. Werte zwischen 30 und 60 Prozent gelten als nachhaltig, weil daneben noch investiert werden kann.
Ein Punkt, der oft für Verwirrung sorgt: Am Ex-Tag wird die Aktie mit einem Abschlag in Höhe der Dividende gehandelt. Wer sie am Vortag kauft, bekommt die Ausschüttung – und einen entsprechend niedrigeren Kurs. Die Dividende ist kein geschenktes Geld, sondern eine Umbuchung aus dem Unternehmensvermögen in dein Depot. Wirtschaftlich ist sie einem Teilverkauf ähnlicher, als es sich anfühlt.
Steuerlich unterliegen Dividenden der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer, gemindert um den Sparerpauschbetrag. Bei ausländischen Aktien kommt die Quellensteuer hinzu: Der Sitzstaat behält vorab ein, meist wird ein Teil auf die deutsche Steuer angerechnet, der Rest muss aufwendig zurückgefordert werden – bei der Schweiz oder Frankreich lohnt der Aufwand oft nicht. Wer Erträge ohnehin reinvestieren will, fährt mit thesaurierenden Fonds häufig einfacher.
Der Rechner ermittelt Rendite und Ausschüttung. Nicht abgebildet sind Quellensteuer, Sonderdividenden, Aktienrückkäufe als Alternative zur Ausschüttung und Kursentwicklung. Dies ist keine Anlageberatung.
Die Dividendenrendite setzt die jährliche Dividende ins Verhältnis zum Aktienkurs: Dividende je Aktie ÷ Kurs × 100. Sie zeigt, wie viel Ausschüttung eine Anlage im Verhältnis zum eingesetzten Kapital bringt. Von der Bruttodividende gehen allerdings noch Steuern ab.
Auf Kapitalerträge fällt die Abgeltungssteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an – zusammen rund 26 bis 28 %. Steuerfrei bleiben Erträge bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person und Jahr (2.000 € bei Zusammenveranlagung), sofern ein Freistellungsauftrag erteilt wurde. Bei 1.000 € Bruttodividende und ausgeschöpftem Freibetrag bleiben nach Steuern also etwa 735 €. Den langfristigen Effekt wiederangelegter Dividenden zeigt der ETF-Sparplan-Rechner.
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Steuer- oder Anlageberatung. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Vorgaben.