Berechne, wie viel ein Geldbetrag nach einigen Jahren real noch wert ist – oder was du dann bräuchtest.
Nominal ≠ real: Tagesgeld mit 2 % Zins bei 3 % Inflation bedeutet rund 1 % realen Verlust pro Jahr – trotz steigendem Kontostand.
Inflation misst, wie viel Kaufkraft Geld über die Zeit verliert. Die Rechnung ist ein Zinseszins mit umgekehrtem Vorzeichen: Kaufkraft = Betrag ÷ (1 + Inflationsrate)^Jahre. Bei 2 Prozent jährlich sind 10.000 Euro nach 10 Jahren noch 8.203 Euro wert, nach 20 Jahren 6.730 und nach 30 Jahren nur noch 5.521 Euro – fast eine Halbierung, ohne dass ein einziger Euro ausgegeben wurde.
Genau hier liegt der Denkfehler beim „sicheren“ Sparen. Ein Tagesgeldkonto mit 2 Prozent Zins bei 3 Prozent Inflation ist kein Kapitalerhalt, sondern ein realer Verlust von rund 1 Prozent pro Jahr. Der Kontostand steigt, die Kaufkraft sinkt – nominal im Plus, real im Minus. Wer die Inflation ignoriert, verwechselt Zahlen mit Wert.
Für die reale Rendite zieht man näherungsweise die Inflationsrate von der Nominalrendite ab. Exakt lautet die Formel: (1 + nominal) ÷ (1 + Inflation) − 1. Bei 5 Prozent Rendite und 2 Prozent Inflation ergibt das 2,94 Prozent real, nicht 3,0 – der Unterschied wächst mit höheren Raten. Und die Steuer setzt vor der Inflation an: Versteuert wird der nominale Ertrag, auch wenn real nichts übrig bleibt.
Die amtliche Rate misst das Statistische Bundesamt über den Verbraucherpreisindex – einen Warenkorb, der einen Durchschnittshaushalt abbildet. Deine persönliche Inflation kann davon deutlich abweichen: Wer zur Miete wohnt und viel pendelt, spürt Energie- und Wohnkosten stärker als jemand mit abbezahltem Haus. Die Kerninflation lässt Energie und Lebensmittel bewusst außen vor, weil diese Preise stark schwanken.
Als Zielmarke gilt die 2-Prozent-Definition der Europäischen Zentralbank für Preisstabilität – der Grund, warum 2 Prozent in Langfristrechnungen die übliche Annahme sind. Rückwärts betrachtet lässt sich mit derselben Formel bestimmen, was ein Betrag früher wert war: Für die Zeit vor 2002 ist dabei die Umstellung von D-Mark auf Euro mit dem Kurs 1,95583 zu berücksichtigen.
Der Rechner nutzt eine konstante Rate. Tatsächlich schwankt die Inflation von Jahr zu Jahr erheblich, und für lange Zeiträume ist jede Annahme eine Fortschreibung, keine Prognose.
Inflation bedeutet, dass Geld über die Zeit an Wert verliert – für denselben Betrag bekommt man später weniger. Der Kaufkraftverlust wird über den Zinseszinseffekt berechnet: zukünftig nötiger Betrag = heutiger Betrag × (1 + Inflationsrate)^Jahre. Umgekehrt sinkt der reale Wert einer festen Summe mit jedem Jahr.
Bei 2 % Inflation pro Jahr haben 10.000 € nach zehn Jahren nur noch eine Kaufkraft von rund 8.200 € in heutigem Geld. Wer sein Vermögen also nur auf einem unverzinsten Konto hält, verliert real Geld. Das zeigt, warum eine Geldanlage mindestens die Inflationsrate ausgleichen sollte. Wie sich Sparbeträge mit Zinsen entwickeln, zeigt der Zinseszins-Rechner, den langfristigen Vermögensaufbau der ETF-Sparplan-Rechner.