Zinsen und Endkapital berechnen – wahlweise einfache Verzinsung oder Zinseszins.
Für einzelne Perioden: Hier werden Zinsen nicht mitverzinst. Wer über Jahre plant und Erträge stehen lässt, rechnet mit dem Zinseszins-Rechner.
Der Zinsrechner arbeitet mit einfachen Zinsen: Zinsen = Kapital × Zinssatz × Zeit. Anders als beim Zinseszins werden die Erträge nicht mitangelegt, sondern jeweils entnommen oder gesondert gutgeschrieben. Das Wachstum ist linear, nicht exponentiell – für einzelne Jahre oder unterjährige Zeiträume ist das die passende Rechnung.
Bei unterjährigen Laufzeiten kommt es auf die Zinsmethode an, und die entscheidet über echte Euro. Deutsche Banken rechnen traditionell nach 30/360: jeder Monat zählt 30 Tage, das Jahr 360. Andere Institute nutzen act/360 (tatsächliche Tage, 360er-Jahr) oder act/365. Bei 10.000 Euro, 3 Prozent und 90 Tagen ergibt 30/360 genau 75 Euro, act/365 dagegen 73,97 Euro. Über größere Beträge summiert sich der Unterschied spürbar – ein Blick in die Zinsklausel lohnt.
Für Verzugszinsen gilt eine gesetzliche Größe: der Basiszinssatz der Deutschen Bundesbank, der halbjährlich zum 1. Januar und 1. Juli angepasst wird. Gegenüber Verbrauchern beträgt der Verzugszins fünf Prozentpunkte darüber, bei Rechtsgeschäften ohne Verbraucherbeteiligung neun Prozentpunkte. Wer eine offene Forderung hat, kann damit rechnen, was ihm zusteht.
Der Unterschied zum Zinseszins ist bei kurzen Zeiträumen klein und wird mit den Jahren dramatisch: 10.000 Euro bei 5 Prozent bringen einfach verzinst nach 30 Jahren 15.000 Euro Zinsen, mit Zinseszins 33.219 Euro. Wer über mehrere Jahre plant und die Erträge stehen lässt, rechnet mit dem Zinseszins-Rechner richtig – dieser hier ist für einzelne Perioden und Verzugsfälle gedacht.
Steuerlich sind Zinsen Kapitalerträge und unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Soli, gemindert um den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro. Ohne Freistellungsauftrag führt die Bank ab dem ersten Euro ab.
Bei einfachen Zinsen wird nur das Startkapital verzinst: Zins = Kapital × Zinssatz × Laufzeit ÷ 100. Beim Zinseszins werden die Zinsen jedes Jahr dem Kapital zugeschlagen und im Folgejahr mitverzinst. Über lange Zeiträume macht das einen enormen Unterschied – aus diesem Effekt entsteht der Großteil des langfristigen Vermögenswachstums.
Werden Zinsen nicht jährlich, sondern monatlich oder vierteljährlich gutgeschrieben, erhöht sich der effektive Jahreszins geringfügig, weil die Zinsen früher mitverzinst werden. Für den Vergleich von Angeboten ist daher der Effektivzins aussagekräftiger als der reine Nominalzins. Den langfristigen Aufbau mit regelmäßigen Einzahlungen zeigt der Zinseszins-Rechner.
Wie viele Zinstage ein Zeitraum hat, ist keine Naturkonstante, sondern Vereinbarungssache. Die deutsche kaufmännische Methode 30/360 setzt jeden Monat mit 30 Tagen und das Jahr mit 360 an – bequem, aber leicht ungenau. Bei act/365 wird taggenau gerechnet, bei act/360 taggenau bei 360er-Jahresbasis, was Zinsen minimal erhöht. Für dieselbe Anlage über zwei Monate können sich daraus Unterschiede von etwa einem Prozent des Zinsbetrags ergeben. Sparkonten und Kredite nennen die Methode in den Bedingungen; bei Verzugszinsen und im Handelsrecht ist die kaufmännische Zählung verbreitet.